Sakhnin ist viele Reisen wert ....

In Sakhnin, einer arabischen Kleinstadt mitten in Galiläa (Kartenausschnitt), erlebten wir vom herzlichen Empfang um Mitternacht in der Schule bis zum tränenreichen Abschied nach einer Woche vor allem eine außergewöhnliche Gastfreundschaft. Alle eventuellen Sorgen, wie es uns wohl gelingen würde, uns in eine völlig fremde Kultur einzufügen, schwanden im Nu.

Am Unterricht konnten wir leider wegen unserer äußerst geringen Kenntnisse des Arabischen und Hebräischen nur einmal exemplarisch teilnehmen. Die Schule war jedoch morgens und abends unser Treffpunkt, außerdem stellten uns unsere Gastgeber einen Bus für zahlreiche Exkursionen zur Verfügung.

Unsere Ausflüge, meistens ohne unsere Gastgeber, führten uns bei hochsommerlichen Temperaturen durch biblische Landschaften zu archäologischen Ausgrabungsstätten, Orten des Alten und Neuen Testaments, Moscheen und Synagogen, politisch brisanten Orten der jüngsten Geschichte des Landes. Stets waren die Jahrtausende umgreifende Geschichte, die Kulturen des Judentums, Christentums, Islams und die aktuellen politischen Spannungen Israels präsent. Die von allen Beteiligten ausgearbeiteten Kurzreferate zu den einzelnen Stätten halfen sehr, den Überblick nicht zu verlieren.

Erholung pur gab es bei diesen Touren nur zweimal, beim Baden im Mittelmeer nahe der Grenze zum Libanon und in einem Schwefelquellenbad, zu dem uns die Kollegen aus Sakhnin abends ein großartiges Grill-Picknick spendierten.

An fast allen Abenden fanden zusätzlich Veranstaltungen in der Schule statt, heitere Spiele, Volkstanz zum Mitmachen, politische Diskussionen ... Danach ging es in den Familien weiter - z.T. bis spät in die Nacht, denn die Familien sind nicht eben klein. Es gab intensive Gespräche, Besuche, weitere Ausflüge, Hochzeiten - und immer üppig gedeckte Tische mit köstlichen Gerichten (Reisetagebuch 1).

Manchmal begegnete uns auch ein hartnäckiger Anspruch auf unsere uneingeschränkte Solidarität mit den "Bürgern zweiter Klasse" im Heiligen Land. Dabei waren verständlicherweise die Differenzierungen, auf die wir uns eingestellt hatten, nicht immer erwünscht (Reisetagebuch 2 ).

Aber das Gefühl der Freundschaft überwog eindeutig, so daß am Ende der Woche wirklich Tränen flossen. Die vielen Telefonate zwischen Sakhnin und unserem Jerusalemer Hotel bestätigten die intensive Verbundenheit und Vorfreude auf den Gegenbesuch im Sommer 1999.


Abschied

Many thanks to our friends in Sakhnin !


Seitenüberblick Konzept Programm '98 Jerusalem Fotos '98 Hannover'99